OK, ich versuche es (noch einmal).
Wichtig ist, zu wissen, was ein User mit einem "VPN" überhaupt erreichen will. Ja, der Begriff "VPN" erlebt gegenwärtig einen gewissen Hype. Jeder will haben - aber die wenigsten wissen wirklich, wozu. Und die Anbieter kommerzieller VPN tun auch alles, um ihr Produkt an den Mann/die Frau zu bringen.
- Es gibt (immer noch) Nutzer, die dem Glauben verfallen sind, sich mit einem VPN im Netz der Netze erfolgreich verstecken zu können. Vergiss es einfach … . Jeder mir bekannte VPN-Anbieter (der in einem als demokratisch zu bezeichnenden Land tätig ist), wird mit Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, zumindest, wenn er gute Argumente dafür geliefert bekommt. Und auch das Versprechen, keine Logfiles zu führen, solltest du nicht allzu ernst nehmen.
- Manche Nutzer kaufen diese Dienstleistung, um sich eine "ausländische" IP zum Vorzeigen bei bestimmten Anbietern zu beschaffen. Bspw., um ein (IMHO sinnfreies) Geoblocking zu umgehen. Oder auch, um bei einem Einkauf einen evtl. günstigeren Preis zu bekommen. Beides kann funktionieren, muss es aber nicht, denn auch die Anbieter der Dienste mit Geoblocking lernen dazu und kennen immer mehr der IPs der Ausstiegsserver.
- [hier passen noch ein paar Gründe rein, welche oben nicht unbedingt erfasst sind]
- Der nach meinem Verständnis sinnvollste Grund, ein VPN einzusetzen, ist eine sicher verschlüsselte Verbindung zwischen zwei definierten Endpunkten, welche sich beide in einem als zuverlässig bekannten Ort befinden.
Firmen und Behörden verbinden bspw. Standorte mit einem VPN, um darüber vertraulich Daten zu übertragen. Behörden mit einem dafür zugelassenen speziellen Gerät (der SINA-Box) sogar Daten mit höchstem Geheimhaltungsgrad. Und ich (der seit etlichen Jahren "nur noch" Rentner ist, und alles was mal war mittlerweile pflichtgemäß vergessen hat) verbinde mit meinem WireGuard-VPN immerhin 9 Hausnetze privater Nutzer in drei Ländern, um darüber unsere vollautomatische Datensicherung abzuwickeln, um darüber "ungestört" telefonieren zu können und natürlich um den Freunden und Angehörigen der Familie den "Familienadmin" zu geben. (Und dabei wirklich das gute Gefühl zu haben, in diesem Netz recht gut geschützt zu sein. Zumindest so lange, wie ich mich innerhalb dieses Netzes befinde und dieses nicht in Richtung Internet verlasse.)
Aber letztendlich ist die Bedingung dafür, dass sich beide - oder in meinem Falle alle 9 - VPN-Endpunkte in einem vertrauenswürdigen Bereich befinden.
Wie schon beschrieben, der "Knackpunkt" gerade hinsichtlich Vertraulichkeit ist immer der Endpunkt beim VPN-Anbieter. Der Anbieter
kann immer sehen und auch loggen, wo du dich herumtreibst (und das natürlich mit deinen Anmeldedaten und auch über dein Konto mit deinem Klarnamen usw. verknüpfen).
Jedes "gute" kommerzielle VPN ist so konfiguriert, dass möglichst wenige Informationen über dich abfließen. Damit wirbt ja auch der Anbieter - der wie oben geschrieben immer alles sehen kann,
wenn er will oder dazu gezwungen wird. Du bist also gezwungen, diesem Anbieter das volle Vertrauen entgegenzubringen!
Jede Veränderung an dieser Konfiguration birgt Risiken, welche dem Otto-Nurmal-User garantiert nicht gleich auffallen. Und dazu gehören natürlich auch Maßnahmen, welche dir bestimmte Bequemlichkeiten bieten. Bsp. die Aktivierung von Javascript im Browser und viele andere mehr. Wenn du also das VPN zum "Verstecken" benutzen willst, musst du auch in deinem Betriebssystem eine ganze Reihe an Einstellungen verändern.
Und JA, der Eintrag deines Routers in die /etc/hosts ist natürlich die Maßnahme mit dem geringsten Risiko.
Reicht das an Informationen?
vy 73 de Peter