DDR4-3200 RAM
(JEDEC memory standard) liegt aktuell bei ~2,25€/GiB.
DDR5-5200 RAM
(JEDEC memory standard) liegt aktuell bei ~3,15€/GiB.
Übertaktetes RAM DDR4-3600,
sofern die Geschwindigkeit überhaupt von der CPU unterstützt wird, sehe ich für 1,66€/GiB als Gebrauchtkauf persönlich nicht sonderlich günstig an: Um Geld zu sparen, würde ich den tatsächlichen Bedarf vorher ermitteln und dann den 3—4-fachen Arbeitsspeicher investieren.
16 GiB RAM DDR4-3200 sollten wirklich ausreichend sein und mit zwei korrekten RAM-Modulen à 8 GiB auch funktionieren.
ASUS hat dieses OC-RAM (siehe oben) für das Mainboard PRIME B450M-A II zudem nicht getestet und freigegeben.
Bei Vollbestückung aller vier DIMM-Plätze fällt das vom AMD Ryzen 7 5700G offiziell unterstützte Speichertempo auf DDR4-2666. Höheres Tempo kann funktionieren, muss aber nicht. Das Problem ist, dass die Signalimpulse durch die parasitären Kapazitäten bei vier RAM-Modulen schon stark verschliffen sein können, sodass eine niedrigere Taktfrequenz gewählt werden muss.
Mit OC-RAM steigt einerseits das Risiko, dass das System instabil wird, andererseits schaltet der Speichercontroller des AMD Ryzen (oder Intel Core) Prozessors in eine langsamere Betriebsart, mit der die Latenzen wiederum schlechter sind und der Gesamtnutzen des Kaufs von Übertakter-RAM somit nur zum Nachteil wird.
warum sollte ich zum gleichen - ähnl. preis riegel mit weniger leistung kaufen?
Ganz einfach, weil RAM mit weniger Leistungsaufnahme besser ist als RAM mit mehr Leistungsaufnahme (bei gleicher
Data-Transfer-Rate).
Du kannst dir das am besten beim Vergleich von LED-Lampen mit Glühlampen vorstellen: Beide haben den selben Lichtstrom, aber die Glühlampe hat mehr Leistung. Der Farbwiedergabeindex bei der (guten) LED ist minimal geringer als bei der Glühlampe. Beim RAM könnte man diesen Unterschied mit den Latenzen vergleichen. In beiden Fällen (Licht & RAM) ist das für den einfachen Anwender praktisch kaum relevant und ohne entsprechende Messgeräte bzw. Messverfahren gar nicht feststellbar.
(Glühfaden und LED sind jetzt zwar etwas völlig verschiedenes, aber von außen betrachtet ist beides einfach „elektrisches Obst” – eine Birne.)
Außerdem
kann (muss aber nicht) unter den Kühldeckeln bei Overclocking-RAM minderwertige Chip-Qualität stecken, die einfach eine höhere Stromaufnahme benötigt. Diese ausselektierten Chips lassen sich noch als Übertaktermodule mit dann nochmals höherer Stromaufnahme und edlem Kühlkörper vermarkten. Die Technik in den RAM-Chips ist die Selbe wie in den CPU-Chips. Und da gibt es bei der Fertigung immer gute, mittlere und schlechte Exemplare. Auf RAM-Riegel ohne Kühlkörper kommen (logisch) nur gute RAM-Chips. Die guten Chips schaffen das gewünschte Tempo schon mit wenig Strom. Die weniger guten Chips müssen aber auch noch zu Geld gemacht werden. Recycelt werden nur die richtig Schlechten.
Viele der Übertaktermodule benötigen für ihre beworbenen Takt- und Latenzparameter höhere Spannungen als die JEDEC für den jeweiligen Typ als Standard tatsächlich festgelegt hat. Das kann von bloßen Überraschungen bis hin zu Hardwareschäden führen.
Rechnet man alles zusammen, auch den Arbeitsaufwand, hätte ich lieber bis zum Jahresende abgewartet und ganz neues Mainboard mit AMD B750 Chipsatz, 16 GiB
DDR5-5200 RAM (oder schneller, gem. JEDEC) und eine neue AMD
Zen 5 CPU mit Fertigung im 3-nm-Verfahren eingekauft.
Wie schon
hier gesagt, wäre das dann zwar nochmals teurer, lohnt sich aber unterm Strich:
Der aktuelle AMD
Zen 4 Ryzen 5 8600G rechnet mit seinen 6 CPU-Kernen bereits etwa so schnell wie der AMD
Zen 3 Ryzen 7 5700G mit 8 CPU-Kernen.
P.S. Ich habe den Beitrag nochmals überarbeitet und stelle ihn des wegen neu ein.