Hallo
@bayernherz,
ich möchte dir selbstverständlich auch nicht widersprechen - was hätte ich davon?
Ich möchte dich noch nicht einmal "missionieren" - sondern lediglich ein wenig zum Nachdenken anregen.
Aber wenn jemand, der sich so wie ich, fast sein gesamtes Arbeitsleben mit "IT-Sicherheit in Hochsicherheitsbereichen" beschäftigt hat, dann kommen ihm eben im großen Stil Bedenken hoch, wenn er "USB-Datenträger" und "Sicherheit" in in einem und dem selben Kontext hört oder liest.
Selbstverständlich gibt es die 100%ige Sicherheit nicht. Hat es nie gegeben und wird es vermutlich auch nie geben.
Ich will jetzt gar nicht beginnen über abstrahlgeschützte und -geprüfte Rechner zu sprechen. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass die Masse (oder zumindest eine große Menge) der privaten Rechner nur mit einem Trivialpasswort "geschützt" sind und oftmals die ganze Familie nur über ein einziges Benutzerkonto arbeitet. Faulheit und Dummheit sterben eben leider nicht aus.
(Deshalb finde ich es grundsätzlich sehr gut, dass du dir entsprechende Gedanken machst!!!)
IT-Sicherheit ist keine immerwährende statische Größe, sondern immer ein laufender Prozess, welcher auch immer wieder zu überprüfen ist. Und jede einzelne anzuwendende Maßnahme ist auch immer wieder hinsichtlich Aufwand/Nutzen/Risiken zu bewerten. Ich nenne hier nur den Begriff des kalkulierbaren Restrisikos.
Beginnen sollte es mit einem guten (!!) Passwort für das eigene Benutzerkonto, welches auch niemals ein/das root- oder Adminkonto sein darf und das auch niemals in unbefugte Hände kommen darf (aber trotzdem irgendwo sicher gelagert wird). => Damit hast du garantiert schon 60% der
privaten Risiken abgewehrt.
Der nächste Schritt ist eine Voll- oder zumindest Teilverschlüsselung der HD/SSD oder eben bestimmter sensibler Partitionen oder Ordner. Es ist leicht, für diese Bereiche einen Veracrypt-Container anzulegen und mit diesen Daten zu befüllen. Auch das Anlegen sogenannter "Tresore" ist eine gute und trtotzdem sehr bequeme Möglichkeit. => Den Angreifer, der sich bei einem privaten Rechner die Mühe macht, dagegen anzugehen möchte ich sehen. (Aufwand und Nutzen ...)
Unsere Passwörter speichern wir in einem guten Passwort-Manager wie z. Bsp. KeepassXC, welcher wiederum (je nach Sicherheitsbedarf) mit einem Yubi- oder Nitrokey geschützt ist. Letzterer schützt auch meinen kompletten Rechner. Durch den Passwortmanager ist der Mensch in der Lage auch extrem lange und extrem "kryptische" PW zu nutzen, weil er sich diese ja niemals merken und auch niemals einhacken muss. Es entfällt auch der Grund, die PW für mehrere Zugänge zu nutzen.
Eine regelmäßige (automatische) Datensicherung an mehreren Orten und ein aktuell gehaltenes System erwähne ich nur am Rande.
Alles das sind Maßnahmen, welche für mich zum einen selbstverständlich aber auch "bezahlbar" und handhabbar sind. Es muss aber keinesfalls immer so weit gehen!
Und jetzt denke mal darüber nach, wie hoch das Risiko des Verlierens oder des "Zerschießens" eines USB-Stick ist.
BTW: Auch die Frage, vor wem ich mich schützen will, ist interessant. Der, der uns am intensivsten überwacht, bekommt deine Bankdaten auf Zuruf sogar geliefert ... .
vy 73 de Peter